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Friedberg krönt ein Wasserball-Wochenende der Extraklasse

Regionalliga-Zweiter gewinnt das 48. Wasserballturnier der Wasserfreunde

Bundesliga-Erfahrung, ein koreanischer Nationalspieler, der Meister der Oberliga und ein Regionalliga-Spitzenteam: Wer am Wochenende im Imre-Gutyan-Freibad vorbeischaute, bekam Wasserball geboten, wie man ihn in Gemmingen nicht alle Tage sieht. Beim 48. Internationalen Wasserballturnier der Wasserfreunde Gemmingen wurde zwei Tage lang geschwommen, gekämpft, getroffen und pariert – und das teilweise auf bemerkenswert hohem Niveau. Am Ende hatte der VfB Friedberg die Nase vorn. Der Zweite der Regionalliga setzte sich gegen ein starkes Teilnehmerfeld durch und durfte den Siegerpokal mit nach Hessen nehmen. Friedberg spielt mit seiner ersten Mannschaft seit mehreren Jahren in der zweithöchsten Spielklasse und unterstrich in Gemmingen eindrucksvoll seine sportliche Klasse. Doch mindestens genauso bemerkenswert wie das Niveau im Wasser war das, was nicht passierte: keine größeren Diskussionen, keine unschönen Szenen, keine besonderen Vorkommnisse. Das gesamte Turnier verlief ausgesprochen harmonisch und fair. Die Schiedsrichter konnten sich auf das konzentrieren, wofür sie eigentlich da sind – Wasserballspiele zu leiten. Schon der Name des Zweitplatzierten sorgte für Gesprächsstoff: PSV Bierliebe. Dahinter verbarg sich allerdings keineswegs eine Betriebssportgruppe eines Getränkeherstellers, sondern die erste Mannschaft des PSV Stuttgart und die kann Wasserball. Als Oberligameister und Aufsteiger in die Regionalliga gehörten die Stuttgarter zu den stärksten Mannschaften des Turniers und bestätigten diese Rolle mit Platz zwei. Und weil ein PSV-Team in Gemmingen offenbar nicht genügt, reisten die Stuttgarter gleich noch mit einer zweiten Mannschaft an. Unter dem Namen PSV Seegürkle landete diese auf Rang acht. Für eines der sportlichen Highlights sorgte Team Intim, Oberligaspieler aus Esslingen. Der Vorjahressieger musste sich diesmal zwar mit Platz drei begnügen, hatte dafür aber den besten Spieler des gesamten Turniers in seinen Reihen. Song Gong, Bundesligaspieler des SSV Esslingen und koreanischer Nationalspieler, zeigte im Gemminger Freibad, warum Wasserball auf höchstem Niveau eine ausgesprochen sehenswerte Sportart ist. Technik, Übersicht und Spielverständnis machten ihn zu einem der auffälligsten Akteure des Wochenendes.

Die Wahl zum besten Spieler des Turniers war deshalb folgerichtig. Team Intim komplettierte als Dritter das Podest, gefolgt von der SSG Heilbronn auf Rang vier. Der Turniersieger stellte zudem den erfolgreichsten Torjäger: Tobias Hahn-Wiltscheck vom VfB Friedberg sicherte sich die Torjägerkrone. Hinter den vier Spitzenteams folgte auf Platz fünf der 1. BSC Pforzheim. Die weiteste Anreise hatte traditionell Pelikan Bregenz. Die österreichischen Stammgäste sorgten erneut für den internationalen Charakter des Turniers und belegten diesmal Rang sechs. Für die Wasserfreunde Gemmingen blieb am Ende Platz sieben. Angesichts der Qualität des Teilnehmerfeldes war dies allerdings kein Grund, lange Trübsal zu blasen. Wenn Regionalligisten, Oberligameister und sogar ein Nationalspieler im eigenen Freibad auflaufen, werden die sportlichen Trauben für einen Gastgeber aus niedrigeren Spielklassen naturgemäß etwas höher gehängt. Vor allem aber hatten die Gemminger an diesem Wochenende ohnehin zwei Aufgaben: im Wasser möglichst gut mithalten und außerhalb des Beckens dafür sorgen, dass neun Mannschaften ein gelungenes Wochenende erleben. Beides gelang. Auf Rang acht folgten die PSV Seegürkle, den neunten Platz belegten die studentischen Wasserballer der KIT Grey Seals.