WF Gemmingen verspielt gegen Bietigheim alle Chancen
Was für ein Gegensatz zwischen den beiden Spielhälften: Die Wasserfreunde Gemmingen legten in der partie der Bezirksliga Mitterer Neckar gegen den SV Bietigheim einen couragierten Start hin, hielten die Partie lange offen und begeisterten mit mutigem Offensivwasserball. Am Ende stand jedoch eine deutliche 7:18 (4:3, 1:5, 0:8, 2:2)-Niederlage auf der Anzeigetafel. Vor allem, weil nach dem Seitenwechsel kaum noch etwas zusammenlief. Spielertrainer Daniel Haag zeigte sich nach dem Schlusspfiff entsprechend enttäuscht: „Bis zur Halbzeit haben wir vieles richtig gemacht und das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Danach haben wir aber völlig den Faden verloren.“Zwei Spieltage vor Saisonende sind die Gemminger auf den vierten Tabellenplatz im Siebenerfeld zurückgefallen.
Dabei begann die Begegnung vielversprechend. Zwar gerieten die Gemminger früh in Rückstand, doch allen voran Nils Feidengruber hatte Gefallen am Torewerfen gefunden und glich mehrfach aus. Nach Treffern von Patrick Mach und erneut Feidengruber zogen die Wasserfreunde sogar auf 4:2 davon. Die Zuschauer sahen eine Mannschaft, die entschlossen auftrat, engagiert verteidigte und ihre Chancen konsequent nutzte. Doch die Gäste aus Bietigheim fanden noch vor der Halbzeit zurück ins Spiel. Mit einem 6:1-Lauf drehten sie die Partie und gingen mit einer 8:5-Führung in die Halbzeitpause. Ärgerlich aus Gemminger Sicht: Zwei Gegentreffer in den letzten 36 Sekunden der zweiten Spielhälfte sorgten bereits für einen ersten Dämpfer. Was dann folgte, war allerdings ein regelrechter Einbruch.
In der gesamten zweiten Halbzeit gelangen den Wasserfreunden nur noch zwei Treffer. Stattdessen kassierte die Mannschaft Tor um Tor. Vor allem Gästespieler Sebastian Rasch war kaum zu stoppen und schraubte das Ergebnis mit seinen sieben Treffern immer weiter in die Höhe. Die Gemminger Defensive verlor zunehmend den Zugriff, im Angriff fehlten Ideen, Präzision und Konsequenz. Das zuvor ausgeglichene Spiel entwickelte sich zu einer einseitigen Angelegenheit. Besonders kritisch sah Daniel Haag den Leistungsabfall nach der Pause: „Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht mehr als Mannschaft verteidigt. Jeder wollte die Fehler des anderen ausbügeln, dadurch entstanden immer größere Lücken. Gleichzeitig haben wir im Angriff viel zu überhastet abgeschlossen und den Gegner mit einfachen Ballverlusten immer wieder eingeladen.“ Trotz des deutlichen Ergebnisses wollte der Coach den Blick auch auf die positiven Ansätze richten: „Die ersten beiden Viertel haben gezeigt, dass wir mit solchen Gegnern durchaus mithalten können. Entscheidend wird sein, diese Leistung künftig über die gesamte Spielzeit aufrechtzuerhalten.“ So bleibt unter dem Strich eine verdiente Niederlage, die allerdings deutlicher ausfiel, als es der Spielverlauf der ersten Hälfte vermuten ließ. Während der engagierte Auftakt Mut macht, muss die WF Gemmingen dringend daran arbeiten, auch nach dem Seitenwechsel Konzentration, Disziplin und Spielfreude aufrechtzuerhalten. Denn nur mit einer konstanten Leistung über vier Viertel wird sich das Team künftig für gute Ansätze auch mit Punkten belohnen können.
Für die Wasserfreunde spielten Ulrich Schelle (im Tor), Sven Waldmann, Lukas Gerstlauer, Nils Feidengruber (4 Tore), Daniel Haag (1), Lars Friedel, Patrick Mach (1), Stephan Kölmel, Simon Kübler (1), Robin Gutyan, Tobias Würtz und Timo Drefs.
