Gemminger Wasserballer verlieren Heimspiel gegen die Verbandsligareserve SG Wasserball Leimen/Mannheim II mit 14:18
Die Wasserfreunde Gemmingen haben in der Baden-Liga erneut Lehrgeld bezahlt, sich gegen die SG Wasserball Leimen/Mannheim II am Montagabend aber zumindest mit einer starken Schlussphase erhobenen Hauptes verabschiedet. Gegen die Verbandsligareserve unterlagen die Gastgeber nach einem wechselhaften Spielverlauf mit 14:18 (2:6, 4:5, 1:4, 7:3). Vor allem die verschlafene Anfangsphase kostete die Gemminger am Ende die Chance auf ein besseres Ergebnis. Spielertrainer Daniel Haag lobte nach Spielende vor allem die Einstellung seiner Mannschaft: „Wir haben uns nicht aufgegeben und im letzten Abschnitt gezeigt, dass wir auch gegen starke Gegner mithalten können. Genau diese Mentalität brauchen wir in den kommenden Spielen von Beginn an.“ Verbesserungspotenzial sieht der Spielertrainer insbesondere im Umschalt- und Überzahlspiel. „Bei sechs Überzahlsituationen haben wir nur ein Tor erzielt. Außerdem müssen wir die Konter der Gegner künftig mit schnellerem Rückzugsverhalten verhindern“, betonte Haag.
Durch die Niederlage bleiben die Wasserfreunde Gemmingen weiterhin Tabellenletzter der Baden-Liga. Die starke Schlussphase dürfte der Mannschaft jedoch Mut für die kommenden Aufgaben machen. Nach einer längeren Pfingstpause steigen die Wasserfreunde erst am 10. Juni gegen die SGW Durlach/Ettlingen II in der Badenliga wieder ins Becken des Imre-Gutyan-Freibades. Da der Stammtorwart Stefan Quast krankheitsbedingt fehlte, rückte Ulrich Schelle zwischen die Pfosten. Trotz der 18 Gegentreffer konnte sich der Ersatzkeeper mehrfach mit starken Paraden auszeichnen und verhinderte zwischenzeitlich einen noch höheren Rückstand.
Dabei begann die Partie zunächst ausgeglichen. Patrick Mach erzielte nach knapp einer Minute den frühen Ausgleich zum 1:1, nachdem die Gäste vorgelegt hatten. Doch Leimen/Mannheim nutzte in der Folge die Unsicherheiten der Wasserfreunde konsequent aus. Immer wieder kamen die Gäste über schnelle Gegenstöße zu guten Abschlüssen und setzten sich bis zum Ende des ersten Spielviertels auf 6:2 ab. Sven Waldmann hatte zwischenzeitlich noch auf 2:3 verkürzt, doch defensiv fanden die Gastgeber kaum Zugriff auf das variable Angriffsspiel der Gäste. „Wir haben die Anfangsphase komplett verschlafen und Leimen zu einfachen Kontertoren eingeladen“, ärgerte sich Spielertrainer Daniel Haag nach der Partie. „Wenn man gegen eine so starke Mannschaft früh hinterherläuft, wird es natürlich schwer.“
Im zweiten Abschnitt stabilisierten sich die Wasserfreunde zumindest offensiv etwas. Vor allem Center- Spieler Nils Feidengruber übernahm Verantwortung und setzte sich mehrfach energisch am Zwei-Meter-Raum durch. Mit drei Treffern hielt er Gemmingen im Spiel. Auch Nils Bär trug sich in die Torschützenliste ein. Dennoch gelang es den Gästen immer wieder, direkt auf Gemminger Treffer zu antworten. Besonders die schnellen Umschaltsituationen bereiteten der Heimabwehr große Probleme. So wuchs der Rückstand trotz der besseren Offensivaktionen bis zur Halbzeit auf 6:11 an.
Nach dem Seitenwechsel schien die Begegnung früh entschieden zu sein. Daniel Haag traf zwar noch zum 7:12, doch anschließend kontrollierte Leimen/Mannheim die Partie nahezu nach Belieben. Während die Wasserfreunde im Angriff zu häufig an der gegnerischen Defensive oder am eigenen Abschluss scheiterten, nutzten die Gäste ihre Chancen eiskalt aus. Vier weitere Treffer sorgten noch vor der letzten Viertelpause für eine deutliche 15:7-Führung der Gäste. „In dieser Phase hat man den Klassenunterschied und die größere Erfahrung der Gäste gemerkt“, sagte Haag. „Wir haben uns in manchen Situationen zu hektisch verhalten und im Überzahlspiel zu wenig Lösungen gefunden.“
Doch aufgeben wollten sich die Wasserfreunde trotz des klaren Rückstands nicht. Im Schlussviertel zeigte die Mannschaft noch einmal eindrucksvoll Moral und begeisterte die Zuschauer mit einer sehenswerten Aufholjagd. Lukas Gerstlauer eröffnete den Torreigen mit einem Treffer in Überzahl, wenig später überraschte Stephan Kölmel die Gäste mit einem mutigen Heber zum 9:16. Danach drehte insbesondere Patrick Mach auf, der gleich zwei wuchtige Distanzwürfe im gegnerischen Tor unterbrachte. Auch Nils Feidengruber bewies erneut seine Abschlussstärke und traf doppelt. Für besonderen Applaus sorgte schließlich Sven Waldmann, der einen Eckball direkt verwandelte. Das letzte Viertel entschieden die Wasserfreunde mit 7:3 für sich und betrieben damit zumindest Ergebniskosmetik.
Für die Wasserfreunde spielten Ulrich Schelle (im Tor), Sven Waldmann (2 Tore), Lukas Gerstlauer (1), Nils Feidengruber (5), Nils Bär (1), Daniel Haag (1), Timo Drefs, Stephan Kölmel (1), Patrick Mach (3), Sascha Clasen, Robin Gutyan, Timo Walczok.
