Wasserfreunde Gemmingen erneut chancenlos
Gemmingen. Außer Spesen nichts gewesen. Die Wasserfreunde Gemmingen warten in der Badenliga weiter auf den ersten Punktgewinn. Auch im vierten Saisonspiel setzte es mit dem 8:20 (5:0, 4:3, 4:1, 7:4) gegen die SSG Weil am Rhein eine deutliche Niederlage, die allerdings ein differenzierteres Bild offenbarte, als es das Ergebnis vermuten lässt. „Wir machen zu viele einfache Fehler, vor allem in der Defensive. Wenn du 20 Gegentore kassierst, brauchst du über alles andere gar nicht reden“, stellte Gemmingens Spielertrainer Daniel Haag klar. Immerhin zeigte sich der Trainer kämpferisch: „Die Tabelle ist jetzt natürlich unerquicklich, aber wir werden weiterarbeiten. Irgendwann muss der Knoten platzen.“ Vielleicht schon im letzten Auswärtsspiel am 25. April im Olympiastützpunkt Rhein-Neckar gegen den SV Nikar Heidelberg.
Erneut musste Gemmingen stark ersatzgeschwächt antreten: Gleich elf Spieler fehlten krankheits- oder verletzungsbedingt. Währenddessen konnte Weil am Rhein aus dem Vollen schöpfen, ein Unterschied, der sich insbesondere in der Spieltiefe und Konsequenz bemerkbar machte. Nach der langen Anreise an die Schweizer Grenze nahm das Unheil für die Wasserfreunde bereits im ersten Spielviertel seinen Lauf.
Die Gäste nutzten ihre ersten Chancen eiskalt und zogen schnell auf 5:0 davon. „Wir laufen von Anfang an wieder einem Rückstand hinterher, das macht es natürlich gerade mit der dünnen Personaldecke extrem schwer“, erklärte Spielertrainer Daniel Haag. Doch anders als es das klare Ergebnis vermuten lässt, boten sich den Wasserfreunden durchaus zahlreiche Gelegenheiten. Immer wieder erspielte sich das Team gute Abschlüsse, scheiterte jedoch zu oft am gegnerischen Torwart oder an der eigenen Präzision. „Wir hatten viele Chancen, die wir einfach nicht nutzen. Daran müssen wir dringend arbeiten“, so Haag. Was vorne liegen blieb, nutzte Weil am Rhein konsequent auf der Gegenseite. Besonders in der Spielumkehr zeigten sich die Gäste deutlich effektiver: Ballverluste und vergebene Würfe der Gemminger mündeten regelmäßig in schnelle Konter, die sicher verwandelt wurden. So wuchs der Rückstand trotz phasenweise ordentlicher Offensivaktionen kontinuierlich an.
Erst im zweiten Abschnitt gelang den Wasserfreunden ein zaghaftes Lebenszeichen. Sven Waldmann erzielte das erste Tor zum 1:6, später traf auch Haag selbst. Doch die Hoffnung währte nur kurz, denn die SSG blieb gnadenlos effizient und stellte den alten Abstand schnell wieder her. Zur Halbzeit lag Gemmingen bereits deutlich mit 9:3 zurück.
Im weiteren Spielverlauf stemmte sich Gemmingen zwar gegen die Niederlage und kam unter anderem durch Waldmann sowie Ralf Bär und Patrick Mach zu Treffern. Doch die strukturellen Probleme blieben bestehen: zu viele einfache Gegentore, zu wenig Effizienz im Abschluss. Spätestens beim Stand von 13:4 im dritten Durchgang war die Partie entschieden.
Im Schlussabschnitt betrieben die Wasserfreunde lediglich noch Ergebniskosmetik. Treffer von Nils Feidengruber, Sven Waldmann und Patrick Mach sorgten zumindest dafür, dass das Ergebnis nicht noch höher ausfiel. „Weil war in der Umschaltbewegung einfach klar besser. Unsere Fehlwürfe bestrafen sie direkt, das ist letztlich der große Unterschied gewesen“, analysierte Haag. Am Ende stand mit dem 8:20 eine weitere deutliche Niederlage, die die Wasserfreunde auf dem letzten Tabellenplatz verharren lässt (0:8 Punkte, 38:69 Tore). Trotz der schwierigen Situation richtet Haag den Blick nach vorne: „Wir müssen die Chancenverwertung in den Griff bekommen und defensiv stabiler stehen.
Dann werden wir auch wieder konkurrenzfähiger.“ Für die Wasserfreunde spielten Stefan Quast (im Tor), Sven Waldmann (2), Nils Feidengruber (2), Ralf Bär (1), Daniel Haag (1), Frederic Spahr, Stephan Kölmel, Patrick Mach (1), Sascha Clasen (1), Robin Gutyan und Lukas Gerstlauer.
