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Wasserfreunde Gemmingen warten weiter auf ersten Punktgewinn

Rumpftruppe kämpft tapfer – doch ein Wendepunkt entscheidet die Partie

Nach drei Saisonspielen warten die Wasserfreunde Gemmingen in der Badenliga weiter auf ersten Punktgewinn. Bei der Oberligareserve der SG Wasserball Leimen/Mannheim unterlagen die WfG-ler nach großem Kampf mit 16:8 (4:5, 3:2, 5:0, 4:1). Für die Wasserfreunde Gemmingen bleibt die Situation in der Tabelle schwierig. Nach drei Spielen steht das Team weiterhin ohne Punktgewinn im unteren Bereich der Badenliga. Dennoch zeigte die Mannschaft phasenweise, welches Potenzial in ihr steckt. „Wenn wir wieder mit voller Besetzung und in der Freiwasserrunde in Gemmingen antreten können, sieht das ganz anders aus“, gibt sich Wasserballwart Stephan Kölmel kämpferisch. Neben dem sportlichen Geschehen gab es auch eine persönliche Note: Mit Karsten Schreyer trafen die Gemminger auf einen alten Bekannten, der vor zwei Jahren nach Leimen wechselte. Ein Wiedersehen, das dem Spiel eine zusätzliche emotionale Komponente verlieh. Mit großen personellen Sorgen im Gepäck, aber umso mehr Kampfgeist reisten die Wasserfreunde Gemmingen zum Hallenbad in Leimen und erlebten eine Partie mit Licht und Schatten, in der am Ende nicht nur der Gegner, sondern auch die Umstände den Ausschlag gaben.

Schon vor dem Anpfiff war klar: Die Vorzeichen standen alles andere als günstig. Gleich zehn Spieler mussten verletzungs- oder krankheitsbedingt passen. „Wir sind definitiv nicht in voller Mannschaftsstärke angereist, das hat man natürlich gespürt“, erklärte ein Spieler nach der Partie. Dennoch begann die Begegnung für die Gäste vielversprechend.

Die Wasserfreunde starteten konzentriert und setzten früh Akzente. Vor allem über die Centerposition kamen sie immer wieder gefährlich vors Tor. Nils Feidengruber stellte die Gastgeber vor erhebliche Probleme und war maßgeblich daran beteiligt, dass Gemmingen zunächst die Kontrolle übernahm. Eine frühe 2:0-Führung unterstrich die starke Anfangsphase. „Wir sind richtig gut ins Spiel gekommen und haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte Spielertrainer Daniel Haag. Auch im weiteren Verlauf des ersten Spielviertels blieb es eng. Nach einem offenen Schlagabtausch, in dem sich beide Teams nichts schenkten, ging es mit einer knappen 5:4-Führung für die Gäste in die erste Pause.

Im zweiten Durchgang kippte die Partie jedoch. Ausgerechnet Leistungsträger Nils Feidengruber sah nach einem Zweikampf auf der Centerposition die rote Karte. Eine harte Entscheidung und ein klarer Einschnitt. „Das war der Knackpunkt. Danach mussten wir unser Spiel komplett umstellen“, machte Haag den Wendepunkt aus. Trotz dieses Rückschlags hielten die Wasserfreunde zunächst dagegen. Bis zum 7:7 blieb das Spiel ausgeglichen und Gemmingen zeigte Moral. Doch die Kräfte schwanden und die personellen Alternativen fehlten. Ein weiterer entscheidender Faktor war die Verteilung der Hinausstellungen. Mit 10:3 fiel diese in einer intensiv geführten Partie deutlich zugunsten der Gastgeber aus. „In so einem engen Spiel macht das am Ende einfach den Unterschied“, kommentierte ein Spieler nüchtern. Als dann auch noch Ralf Bär seine dritte persönliche Hinausstellung kassierte und damit ausschied, war die nächste Zäsur erreicht. Die Defensive verlor an Stabilität und die Gastgeber nutzten dies konsequent aus.

Im dritten Spielabschnitt setzte sich die Heimmannschaft zunehmend ab. Innerhalb weniger Minuten wurde aus einem ausgeglichenen Spiel ein deutlicher Rückstand. Tore in schneller Folge ließen das Ergebnis auf 12:7 anwachsen, was die Vorentscheidung darstellte. Im Schlussviertel konnten die Wasserfreunde dem Druck nicht mehr standhalten. Die Kräfte ließen nach, und die Gastgeber bauten ihre Führung weiter aus. Am Ende stand ein deutliches 16:8 auf der Anzeigetafel. Trotz der Niederlage bleibt vor allem die Erkenntnis: Einsatz und Moral stimmen – nun gilt es, auch das nötige Spielglück wieder auf die eigene Seite zu ziehen.

Die Wasserfreunde spielten mit Stefan Quast (im Tor), Sven Waldmann, Florian Kistler, Nils Feidengruber (3), Ralf Bär (2), Daniel Haag (1 Tore), Frederic Spahr, Stephan Kölmel, Patrick Mach (2), Robin Gutyan und Lukas Gerstlauer.