Nach einer schwierigen vergangenen Spielzeit schlagen die Wasserfreunde Gemmingen in diesem Winter ein neues Kapitel auf. Am Samstag, 10. Januar, um 20.20 Uhr, fällt im Ludwigsburger Campusbad der Startschuss für die Saison in der Bezirksliga Mittlerer Neckar. Gegner zum Auftakt: die Oberligareserve des SV Bietigheim II. Für die Kraichgau-Wasserballer markiert der Jahresbeginn gleich mehrere Neuausrichtungen. Nach dem Abstieg aus der Verbandsliga Baden-Württemberg wollen sie gleich zweigleisig angreifen – mit der Herrenmannschaft in der Badenliga sowie zusätzlich außer Konkurrenz in der Bezirksliga. „In der Badenliga haben wir ein klares Ziel: Wir wollen Meister werden und zurück in die Verbandsliga“, betont Spielertrainer Daniel Haag. Der breite Kader ermögliche es, parallel in der Bezirksliga anzutreten und dort vor allem den jüngeren Spielern wertvolle Einsatzminuten zu verschaffen.
Erinnerung an eine Saison zum Vergessen
Die Ausgangslage könnte klarer kaum sein: Nur ein Sieg aus 16 Partien, dazu ein Torverhältnis von 142:397 – die zurückliegende Verbandsligasaison war für die WfG ein schmerzhafter Lehrgang. Immerhin gelang mit dem 10:8-Erfolg in Kirchheim/Teck zum Abschluss noch ein kleiner Lichtblick. Doch Haag bringt es nüchtern auf den Punkt: „Eigentlich waren wir nicht konkurrenzfähig und haben fast alle Spiele deutlich verloren.“
In der neuen Spielklasse treffen die Gemminger auf viele alte Bekannte. Die SGW Leimen/Mannheim II, SGW Durlach/Ettlingen II und der SSV Freiburg II waren zuletzt ebenfalls Bestandteil der Verbandsliga. Die SSG Weil am Rhein und der SV Nikar Heidelberg erinnern die Gemminger ebenfalls an frühere Duelle – beide Teams kennen den Weg zwischen Verbands- und Bezirksliga nur zu gut.
Außer Konkurrenz geht es in der Bezirksliga Mittlerer Neckar gegen die Reserveteams aus Bietigheim, Stuttgart, Heilbronn, Ludwigsburg und Zuffenhausen. Hier wollen die Wasserfreunde vor allem an Spielhärte gewinnen und den Nachwuchs behutsam an höhere Aufgaben heranführen. Das langfristige Ziel bleibt klar: der Wiederaufstieg aus der Badenliga in die Verbandsliga.
Vorbereitung läuft auf Hochtouren
Seit Oktober wird wieder zweimal wöchentlich trainiert, ergänzt durch ein Trockentraining am Samstag. Ein Testspiel gegen die TSG Backnang im Dezember soll weiteren Feinschliff bringen. Der Kader ist gegenüber der letzten Spielzeit unverändert – ein Vorteil, denn die Abläufe sitzen, und die Mannschaft ist eingespielt. Besonders am Herzen liegt dem Verein der eigene Unterbau. Das Jugendtraining für 8- bis 15-Jährige sonntags im Hallenbad Eppingen ist gut besucht – neue Gesichter sind jederzeit willkommen. Darüber hinaus hat der Verein das Projekt „Ball-Kids“ gestartet: Ein wöchentliches Bewegungs- und Balltraining für Vor- und Grundschulkinder, das in der Kraichgauhalle auf spielerische Weise Technik, Koordination und Teamgeist fördert. Wenn es wärmer wird, zieht es die Mannschaft wieder ins Imre-Gutyan-Freibad, wo sämtliche Heimspiele ausgetragen werden. Vereinsvorsitzender Lars Friedel blickt der neuen Spielzeit optimistisch entgegen: „Wir hoffen auf viele packende Partien – zuhause wie auswärts.“ Mit frischem Mut, klaren Zielen und großem Einsatzwillen wollen die Gemminger nun beweisen, dass der Weg aus dem Tief bereits eingeschlagen ist. Die erste Gelegenheit dafür wartet am 10. Januar im Campusbad – der Start in eine Saison, die für die Wasserfreunde richtungsweisend werden dürfte.
